Die letzten drei Runden

Das Finale der Vereinsmeisterschaft steht vor der Tür. Im August stehen die letzten drei Runden und wichtige Partien an. Denn mit Georg gegen Reinhard, Reinhard gegen Uwe und Hannes gegen Maja spielen die fünf Erstplatzierten alle noch unter- und gegeneinander - es ist also noch nichts entschieden!

Die Titelverteidigerin Maja konnte sich jedoch nach ihrer überraschenden Niederlage in Runde 3 nun doch in die Führungsposition vorarbeiten und Reinhard und Uwe trotz ihrer Top-Performance bei diesem Turnier überholen. Nachdem sie in der 9.Runde gegen Uwe gewinnen konnte, stand in Runde 11 der Spitzenkampf gegen Reinhard auf dem Programm. 

Nach der Eröffnung ergab sich folgende Stellung:

Becker   Schmidt  8 0 0

Im 8.Zug haben beide Parteien rochiert. Die schwarze Aufstellung sieht etwas natürlicher aus, dafür hat Maja mit Weiß mit e5 und Sc4 zwei Tempozüge in petto, in der Hoffnung mit d4 das Zentrum einnehmen zu können. Es folgte 9.e5 Sd5 10.Lc2 f511.d3. Nach 11.exf6 Lxf5 12.d4 folgt eine irre Computervariante mit Figurenopfern und Remis durch Dauerschach. d3 ist ein langsamer Zug, der jedoch Sf4 erst einmal aus der Partie nimmt. Reinhard findet den besten Zug und verbessert die Stellung der Dame mit 11... Dd8. Nach 12.Lb3 b6 13.d4 schafft Weiß es endlich, den d-Bauern vorzurücken. 

Becker   Schmidt  13d4

Hier müsste Reinhard die Spannung im Zentrum halten und mit Lb7 oder De8 fortsetzen. Der Tausch 13... cxd4 14.Lxd5 exd5 15.Sxd4 verbessert die weiße Stellung leicht und führt zu einem schwarzen Doppelbauern im Zentrum. Mit Lxa3 16.bxa3 f4! kann Schwarz diese Schwäche jedoch ausgleichen und Weiß bekommt auch einen Doppelbauern und einen schwachen e-Bauern. Doch Reinhard möchte lieber die Dame auf den Königsflügel überführen. 15...De8 16.Sac2 Dg6. Auch hier wäre f4 stark gewesen, um den vorgerückten weißen e-Bauern zu schwächen. Nun kann Weiß ihn decken und ohne die Schwäche auf e5 bleibt der schwarze Doppelbauer als Schwäche: 17.f4 Sd8 18.Se3.

Becker   Schmidt  18 Se3

Das Spiel geht in die entscheidende Phase. Weiß konnte seinen Randspringer ins Zentrum überführen und übt nun Druck auf d5 und f5 aus. Die schwarzen Läufer jedoch locken gute Felder auf c5 und b7, von wo aus sie Druck auf den etwas unsicher stehenden weißen König ausüben können. 18...Lb7 19.Dc2 Lc5 20.Kh1. Eine Ungenauigkeit. Statt dessen hätte Weiß mit b4 einen Platz für den Läufer schaffen müssen, der auf b2 ins Spiel hätte eingreifen können. 20....Lxd4 21.cxd4 und die Stellung bleibt ausgeglichen, wenn Schwarz mit 21. ... d6 das weiße Zentrum ins Visier nimmt. Denn Schwarz möchte sowohl den d- als auch den f-Bauern gerne nach vorne ziehen können, und nach 22.Db3 dxe5 23.fxe5 Se6! hat Schwarz starken Druck gegen den weißen König und gibt dafür gerne den b6-Bauern.

Doch nach 21...Tc8 22.Db3 hat Schwarz keine Zeit für einen Angriff und müsste mit Sc6 entweder den Gegenangriff aufs Zentrum durchführen oder mit Dc6 den d-Bauern decken. 22.Se6?! aber ist Reinhards erster Fehler in der Partie. 

Becker   Schmidt  22Se6

Reinhard hatte die Variante 23.Sxd5 Kh8 berechnet. Und nach 24.Tg1 Sxd4 25.Dd1 Lxd5 26.Dxd4 kommt Schwarz mit seinem weißfeldrigen Monsterläufer in Vorteil. Etwas besser für Weiß ist es, g2 mit 24.Tf2 zu decken, da der schwarze Turm auf der c-Linie dann nicht so leicht über c2 eindringen kann. Aber die Stellung wäre für Weiß nur schwer zu verteidigen. 

Doch Reinhard hatte einen besseren Zug seiner Gegnerin übersehen: 23.Dxb6. 

Und nun muss sich Schwarz verteidigen. Doch Reinhard findet nicht die besten Züge. 23...Tc7? 24.Ld2 Tfc8 25.Lb4 Lc6 26.Ld6 Tb7 27.Dxa6 Sxd4 28.Tac1 De8.

Becker   Schmidt  28De8

Und nun entscheidet 29.Txc6 Txc6 30.Dxb7 die Partie -- Drei Züge später gab Reinhard auf. Es war Reinhards erste und bisher einzige Niederlage im Turnier. Mit zwei Remisen liegt er nur einen halben Punkt hinter der Titelverteidigerin. Maja konnte sich mit einigen Siegen und nur einem Remis gegen Georg an Spitze setzen. 

Hier der Zwischenstand:  

VM Stand Runde 12